Taizé-Gottesdienst

taize IMG 3502Die Taizégottesdienste der Stephanusgemeinde finden in unregelmäßigen Abständen drei bis vier mal im Winterhalbjahr jeweils Sonntags um 18:00 Uhr statt. Die Gottesdienste werden von Susanne Berg entworfen und von weiteren Mitgliedern des Singkreises gestaltet. Die musikalische Leitung hat Olga Kallasch am Klavier. Die Gottesdienste bestehen hauptsächlich aus den typischen, mehrstimmigen Gesängen von Taizé, kurzen Lesungen, Gebeten und einer Zeit der Stille. Sie dauern ca. eine Stunde. Die Kirche ist dabei nach dem Vorbild von Taizé von vielen Kerzen erleuchtet und in Gelb, Orange und Rottönen geschmückt.

Taizé - der Name rührt von einem kleinen Dorf im französischen Burgung her, in das 1940 Roger Schutz, ein 25-jähriger Schweizer, mit dem Fahrrad kam, um nach einer wechselvollen Jugendzeit einen Ort zu suchen, wo er seinen Wunsch nach einem versöhnten, lebendig gelebten Christsein verwirklichen könnte.Er kaufte dort ein Haus und gründete mit einigen wenigen Männern eine Gemeinschaft, die sich folgende Regeln gab: Lass in deinem Tag Arbeit und Ruhe von Gottes Wort ihr Leben empfangen. Wahre in allem die innere Stille, um in Christus zu bleiben. Lass dich durchdringen vom Geist der Seligpreisungen: Freude, Barmherzigkeit, Einfachheit.Dies hieß am Anfang: Aufbau einer kleinen Landwirtschaft zum Überleben, dreimal täglich gemeinsames Gebet in der Dorfkirche und Gastfreundschaft für alle, die Einlass begehrten, in der Kriegszeit vor allem Flüchtlinge, später Waisenkinder und danach einfache Menschen, die von dem besonderen Geist der Gemeinschaft angezogen wurden. Die Gemeinschaft erweiterte sich beständig, sowohl unter den Brüdern als auch unter den Besuchern. Heute umfasst die mittlerweile ökumenische Gemeinschaft rund 100 Brüder aus allen Teilen der Welt und jede Woche kommen mehrere hundert (im Sommer mehrere Tausend) Besucher, vorwiegend Jugendliche, ebenfalls aus aller Welt, immer noch angezogen von dem besonderen Geist des Ortes.

Um einen gemeinsamen Gottesdienst für unterschiedliche Sprachen möglich zu machen, entwickelte Frére (Bruder) Roger mit befreundeten Musikern kurze, eingängige Melodien mit hauptsächlich lateinischen Texten (später auch internationalen), damit "die Seele singend beten könne". Diese Lieder sind nach wie vor Hauptbestandteile der Gottesdienste in Taizé. Dazu gibt es eine Psalm-Lesung, Gebete, eine Bibellesung, eine Zeit der Stille, Fürbitten und einen Segen, jeweils in mehreren Sprachen. Im Morgengottesdienst gibt es täglich Abendmahl.

In seinen letzten Lebensjahren hat Bruder Roger sein Ziel noch einmal neu definiert: Er möchte gemeinsam mit allen Christen der Erde und allen Konfessionen einen "Pilgerweg des Vertrauens" gehen. Er sagt: wenn die Kirche zuhört, heilt und versöhnt, wird sie zu dem, was sie ist: zum Widerschein der Liebe Gottes.

Zur Begrüßung werden in Taizé heute folgende Worte vorgelesen: Nach Taizé kommen heißt: eingeladen sein, Gemeinschaft mit Gott zu suchen im gemeinsamen Gebet, im Singen, in der Stille, im persönlichen Nachdenken und im Gespräch. Jeder ist hier, um einen Sinn für das eigene Leben zu finden bzw. wiederzufinden und um neue Kraft zu schöpfen. In Taizé bereitet man sich auch darauf vor, zuhause Aufgaben zu übernehmen, um Frieden zu stiften und Vertrauen zu bilden.

Bruder Roger wurde am 16. August 2005 während eines Gottesdienstes von einer geistig verwirrten Frau erstochen. Sein Nachfolger als Prior der Gemeinschaft ist heute Bruder Alois aus Deutschland.

 

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